Mitgliederversammlung 2021 vom 5. Juli 2021 in der Kirche St.Felizitas in Lüdinghausen

Michael Kertelge begrüßt die Mitgliederversammlung in der Kirche St. Felizitas

Zeit:                 19.00 – 21.45 Uhr
Ort:                  Pfarrkirche St. Felizitas Lüdinghausen
Vorsitz:            Herr Bruno Bierschenk
Anwesenheit:   vergl. Liste, 50 Mitglieder
Protokoll:          Frau Pröbsting

TOP 1 Begrüßung

Als Vertreter der Kirchengemeinde St. Felizitas begrüßt Herr Kertelge die Anwesenden an diesem ungewöhnlichen Ort.
Herr Bierschenk dankt der Kirchengemeinde für die zur Verfügung gestellte Kirche und begrüßt die anwesenden Tafelmitglieder.
Der Schirmherr der Tafel, Herr Richard Borgmann kann leider nicht an der diesjährigen Mitgliederversammlung teilnehmen. Er bedankt sich in einem vorgelesenen Schreiben bei den Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz.

TOP 2 Feststellung der Beschlussfähigkeit

 Herr Bierschenk stellt die Beschlussfähigkeit fest.

TOP 3 Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom 9. April 2019

Einstimmige Gehnehmigung

TOP 4 Bericht des Vorstandes

Die Anwesenden gedenken in einer Schweigeminute der verstorbenen Mitglieder.

Bericht des Vorsitzenden Bruno Bierschenk zu den Geschäftjahren 2019 und 2020

Liebe Tafelmitglieder, liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit dem heutigen Tag haben wir ein Zeitfenster gefunden, in dem, wenn auch unter leicht erschwerten Rahmenbedingungen, nach mehr als zwei Jahren wieder eine Mitgliederversammlung in Präsenzform möglich ist. Aufgrund der im letzten Jahr andauernden Planungsunsicherheiten und nicht anstehender Wahlen hatte der Vorstand entschieden, die im April 2020 geplante Versammlung auszusetzen. Die Coronagesetzgebung ermöglicht es, 2020 ausgefallene Mitgliederversammlungen bis Dezember 2021 zu verschieben – wir sind also mit unserer Entscheidung auch rechtlich auf der sicheren Seite. Das hat allerdings zur Folge, dass wir heute anstatt auf ein zwölfmonatiges Geschäftsjahr auf einen Zeitraum von 27 Monaten zurückblicken und mein Bericht leider länger als normalerweise ausfallen muss.

Hinter uns liegen zwei Jahre, die uns gefordert und einiges an Kreativität abverlangt haben. Ich nenne hier die beiden Stichworte Tafelumzug und Corona-Pandemie.  Aber wir haben diese schwierigen Etappen gut bewältigt, weil sich in unserer Tafel Menschen wie ihr mit hohem sozialen Engagement und großer Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit zusammengefunden haben. Diese Eigenschaften sind es, so glaube ich, die uns auszeichnen und die entscheidend sind für das erfolgreiche Konzept, nach dem ein „ehrenamtlicher Betrieb“ wie die Tafel Lüdinghausen überhaupt funktionieren kann.

Für mich ist in den beiden Jahren sichtbar geworden, was in der Lüdinghauser Tafel an Arbeit im Dienst an sozial schwächer gestellten Mitbürgern geleistet wird und was alles dazu gehört, damit der Betrieb läuft. Vor dieser Gesamtleistung, die Josef Kersting einmal in Zahlen gefasst hat und in seiner Abschätzung auf über 9000 Stunden jährlicher ehrenamtlicher Arbeit in der Tafel gekommen ist, habe ich großen Respekt.

Deshalb möchte ich zuerst euch allen, liebe Kolleginnen und Kollegen, für eure Arbeit in  in den verschiedenen Teams wie Fahrdienst, Warenaufbereitung,  Warenausgabe sowie im Empfang und Büro heute Abend ganz herzlichen Dank sagen. Ihr leistet eine tolle Arbeit! Das trifft auch für die Kolleginnen und Kollegen zu, die teilweise an systemrelevanten Stellen, wie wir es heute nennen, ihre Arbeit verrichten und ohne deren Einsatz nichts laufen würde. Ich danke daher Peter Scharff für die KFZ-Wartung, Uwe Friedhoff für die Tourenplanungen und die logistische Koordination, den Bereitschaftsdienstlern Gisela Henke, Michael Klaus und Werner Scholten, der Josef Kersting in dieser Aufgabe abgelöst hat, Gudrun Schlaphorst für die Leitung der Olfener Ausgabe, Wilhelm Beckmann für die Wartung und Pflege der Kommunikationstechnik und der Tafel-Homepage, Angelika Püning für die Kontrollen der Kühlgeräte, Zakria Jehan Qadar für die Pfandboxenleerungen, Franz Anton Ernst und Franz Josef Hörsken für die Kassenprüfung sowie Bernhard Böckenholt und Willi Baake für die laufenden baulichen und technischen Wartungs- und Pflegearbeiten in der Halle und im Außenbereich. Auch dem Steuerberaterbüro Niehoff /Heitkamp und Partner mit Frau Möller und Herrn Lezius danke ich an dieser Stelle sehr herzlich für ihre Unterstützung in allen Fragen und die Jahresabschlüsse.

Dieser Dank gilt außerdem den über 100 Fördermitgliedern und unseren Sponsoren:

  • der Stadt Lüdinghausen
  • der Volksbank Südmünsterland-Mitte
    und der Sparkasse Westmünsterland
  • dem Lionsclub Lüdinghausen und dem Rotary-Club Lüdinghausen
  • der Bürgerstiftung Lüdinghausen
  • der Staatsanwaltschaft Münster,

die zusammen der Tafel den finanziellen Rückhalt geben haben

und schließlich einen herzlichen Dank auch an die 15 Geschäfte und Firmen in Lüdinghausen und den Nachbargemeinden, die die Tafel mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs beliefern und so die Tafelkunden versorgen.

Blick zur Mitgliederversammlung in der Kirche

Rückblick 2019

 Bereits Anfang des Jahres 2019 begann die Planung des Umzuges der Lüdinghauser Tafel aus dem Standort an der Alten Valve, weil der Vermieter zuvor Eigenbedarf angemeldet hatte. Bis Ende 2019 musste die alte Halle geräumt und in den Zustand vor der Anmietung zurückversetzt und die neue Tafelausgabe gesucht und eingerichtet werden. Vom Tafelvorstand fiel die Wahl aus 10 besichtigten Objekten schließlich auf die ehemalige Getränkehalle Möllerfeld in der Geschwister-Scholl-Straße. Damit begann ab April nun eine Zeit des  Wartens.

Der von Bernd Dinkelborg gestellte Antrag auf Umnutzung an die Bauaufsicht des Kreises wurde zunächst nicht angenommen, weil 2019 eine Änderung der Baugesetzgebung erfolgt war. Danach war nun für die Nutzung der Getränkehalle als Lebensmittelausgabe ein Bauantrag erforderlich. Der forderte als Bauvorlagen unter anderem eine Bauzeichnung und einen aktuellen Lageplan, für deren Erarbeitung  ein Architekten- und ein Ingenieurbüro eingebunden werden mussten. Die Unterlagen waren Anfang Juni 2019 zusammengestellt und konnten am 12. Juni eingereicht werden. Dann stockte die weitere Antragsbearbeitung. Durch die Unterstützung unseres Bundestagsabgeordneten Marc Henrichmann wurde der Tafel schließlich am 6. August die Genehmigung zur Umnutzung der Halle Möllerfeld erteilt. Im September folgte die Unterschrift unter den neuen Mietvertrag und ab Oktober begannen die Ausbauarbeiten. Am 4. Dezember fand dann termingerecht die erste Warenausgabe in der neuen Halle statt.

Es war für alle ein großer Glücksfall, dass sich unter der Regie von Bernhard Böckenholt zusammen mit Willi Baake, Eckehard Henke und Karl Westrup ein kompetentes Bauteam aus unseren eigenen Reihen aufstellen konnte. Es hat für alle Planungen und Arbeitsabläufe wie der Raumaufteilung, dem Rückbau der alten Halle, den Umzugstransporten und dem Innenausbau der neuen Halle das Ruder in die Hand genommen. Mit dem Anbringen des restaurierten Außendaches als Unterstand für die Tafelkunden war im Februar 2020 der Umzug nach 1400 Arbeitsstunden des Teams komplett abgeschlossen – zeitgleich mit der erfolgten Bauabnahme durch die Lebensmittelüberwachung des Kreises Coesfeld.

Für diese hervorragende Arbeit mein ganz großer Dank an euch Vier und die zahlreichen Kolleginnen, die in weiteren 80 Arbeitsstunden Regale, Kühlschränke, Schränke, Wände etc. gründlich gereinigt und alles auf Vordermann gebracht haben! Ohne euren unermüdlichen Einsatz wäre dieser Umbau nicht so passgenau und mit so wenig Fremdhilfe wie z.B. beim Entfernen des Fliesenbodens in der alten Halle durch drei junge Männern der Lüdinghauser Landjugend, gelungen.

Die neue Tafelausgabe erhielt viel Lob von unseren Mitgliedern, den Besuchergruppen und auch den Tafelkunden.  Gegenüber dem alten Standort bietet nun eine doppelt so große Fläche mehr Bewegungsfreiheit, eine Schiebetür zum Lagerraum schirmt von draußen kommende Kälte ab und macht so die Warenaufbereitung im Winter ein Stück erträglicher. Tiefkühlhaus, Gabelstapler, Gerätschaften, Transportkisten usw., die am alten Standort außerhalb der Halle untergebracht waren, stehen nun geschützt vor Wind und Wetter in der Halle.

Was hat sich an unserem neuen Standort geändert?

  •  Hallenreinigung: Die Reinigung der neuen Halle wird von der Lüdinghauser Fa. Waschbär erledigt. Im Vergleich mit der zuvor angestellt beschäftigten Reinigungskraft entfällt somit die Suche nach einer Urlaubsvertretung und die einzelnen Reinigungsgänge sind kurzfristig stornierbar oder wieder abrufbar.
  • Kommunikationstechnik: In der neuen Halle wurden ein W-LAN Anschluss und ein zweites Telefon eingerichtet, außerdem haben wir mit der Installierung von Windows 10 nun ein aktuelles Betriebssystem. Unsere neue Tafel-homepage, die Wilhelm Beckmann zusammen mit dem externen IT-Fachmann Marc Schmidt eingerichtet hat, zeigt nun ein zeitgemäßes Design und informiert die Seitenbesucher über aktuelle Termine bei der Tafel.
  • Codierte Schlüssel für die Tafelhalle: Die Tafelhalle ist mit einem Sicherheitsschließ-System ausgestattet worden. Ca. 40 Mitarbeiter haben einen digital registrierten persönlichen Schlüssel, der jede Schlossnutzung des Schlüsselinhabers dokumentiert. Ein Vorteil dieses Systems ist es, dass im Fall eines Schlüsselverlustes die Codierung des verlorengegangenen Schlüssel deaktiviert werden kann und nicht mehr das gesamte Schließsystem erneuert werden muss.

Aktivitäten und Termine 2019

  • Frühjahr: Tornisteraktion der Volksbank Südmünsterland-Mitte für die Kinder der Tafelkunden
  • 6. April: Eins plus Aktion Firmlinge Seppenrade
  • 6. – 8. Mai: Teilnahme von Marion Schmidt, Gisela Henke und Anni Pröbsting an der Bundestafeltreffen in Köln
  • 15. Mai: Übergabe einer Geldspende von Olfener Zahnärzten Dr. Kayser und Dr. Pickenäcker an die Tafel Lüdinghausen
  • 11. Juli: Sommerfest der Tafel, das wegen des schlechten Wetters im Pfarrheimsaal stattfinden musste. Wir erinnern uns dabei noch an die Aktivierung der Feuermelder durch den in die Räume geströmten Grillrauch!
  • 14. September: Versteigerung von Möbeln und weiteren Wohnungsgegenständen durch den Rotaryclub zugunsten der Tafel im im Rahmen des Lüdinghauser Stadtfestes.
  • 27. September: Gespräch mit Bürgermeister Borgmann über Mietzuschuss zur neuen Halle
  • 13. Oktober: Erntegabenaktion zum Erntedankfest in der evangelischen Kirchengemeinde Nordkirchen zugunsten der Lüdinghauser Tafel
  • 25. Oktober: Besteigung des Turmes von St. Felizitas mit Mitgliedern der Tafel unter sachkundiger Führung von Michael Kertelge. Als Gast war auch unser im Frühjahr verstorbener früherer Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling anwesend
  • 30. November / 1. Dezember: Burgcafe´in der Burg Lüdinghausen mit gutem Erfolg
  • 03. bis 16. Dezember Weihnachtsaktion der Marktapotheke für die Tafel
  • 18. Dezember 2019 letzte Ausgabe der Tafel

Besuche und Öffentlichkeitsarbeit

Der Umzug der Lüdinghauser Tafel stieß 2019 auch auf ein beachtliches öffentliches Interesse, was nicht nur in  Presseberichten und Beiträgen von Radio Kiepenkerl über den Tafelumzug zum Ausdruck kam, sondern auch an den Besuchergruppen zeigte die gekommen waren, um sich über die neuen Räumlichkeiten zu informieren

Zu Besuch kamen 2019 in der Zeit vom 30. Oktober bis zum 17. Dezember:

  • unser Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann mit seinem Pressesprecher,
  • der Rotaryclub Lüdinghausen, der mit dem Erlös seiner Versteigerung auf dem Stadtfest die Tafel unterstützt hatte
  • Unser Schirmherr Bürgermeister Borgmann mit dem Beigeordneten Herrn Kortendieck,
  • Frau Anke Austrup mit Städtischen Sozialausschuss,
  • Mitglieder der Sparkassenstiftung mit ihrem Vorstandsmitglied Landrat Dr. Schulze Pellengahr anlässlich einer Spende von 7000,- € für den Tafelumzug
  • Mitglieder der Struckgemeinschaft, die bereits beim der Einrichtung der alten Halle mitgeholfen hatten und viel lobende Worte für die neue Tafelunterkunft fanden
Der Vorstand bei der Berichterstattung

Rückblick 2020

Anfang des Jahres hatten die meisten von uns noch nicht mit einer weltweiten Pandemie gerechnet, die auch das Tafelteam 2020 vor unverhoffte Herausforderung stellen würde.

Kurz vor der von Bund und Ländern beschlossenen Schließung von Geschäften, einem Versammlungs- und Kontaktverbot zum Schutz vor Ansteckung mit dem Virus hat der Tafelvorstand entschieden, die reguläre Warenausgabe nach dem 11. März vorübergehend einzustellen, es folgte aber am 18. März noch eine kostenfreie Ausgabe der vorhandenen Lebensmittelbestände ohne frisches Obst und Gemüse. Wir gehörten damit zu den mehr als 400 von 950 Tafeln bundesweit, die ihre Ausgabe geschlossen hatten und folgten damit den Empfehlungen von Politik und Wissenschaft. Gleichzeitig zu einem Rückgang der Kundenzahlen meldeten sich auch Tafelmitglieder vorläufig von der Mitarbeit ab – schließlich gehören die meisten unserer Aktiven und deren Angehörigen zur Altersgruppe 60+ und damit zu der Risikogruppe.

Es war schon bald ein gewisser Druck von außen durch Nachfragen nach Alternativen zur Schließung spürbar, das betraf sowohl die Lüdinghauser und stärker noch die Olfener Ausgabestelle. Diese Reaktion zeigt, dass Tafeln inzwischen in unserer Gesellschaft zum allgemeinen Leben dazugehören und für bedürftige Menschen eine Hilfe auf der Suche nach  Ersatzeinkaufsmöglichkeiten sind. Für Familien, deren Kinder coronabedingt nicht in Kindergärten oder Schulen verpflegt werden konnten, wurde es finanziell eng.

Die Entscheidung zur Schließung der Tafel ist niemanden von uns leicht gefallen. Wir haben zuvor verschiedene Möglichkeiten zur Weiterführung diskutiert, mussten aber feststellen, dass sie jeweils nur unter Mithilfe eines Teils unserer Mitglieder möglich sein würden oder gar von uns nicht zu leisten sind. Einige Menschen konnten unsere Entscheidung nicht nachvollziehen.

Deshalb möchte ich hier an die Aussage der Tafel Deutschland  erinnern,  „dass Tafeln keine Grundversorger sind. Die Tafeln leisten Hilfe, unterstützen und erleichtern den Alltag vieler Menschen. Es gibt jedoch keinen Anspruch auf dieses Hilfe.  Es ist Aufgabe des Staates Menschen zu helfen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Nicht die Pflicht einer Ehrenamtsorganisation wie der Tafel“

Während der Tafelschließung hatte Frau Postert aus Lüdinghausen die Idee, über Spenden Lebensmittelgutscheine in den heimischen Supermärkten in Lüdinghausen, Olfen und Nordkirchen zu kaufen und diese dann an Tafelkunden abzugeben. Aus dieser Initiative kam eine Zusammenarbeit mit der Tafel zustande.  Wir konnten damit in drei Wochen jeweils an zwei Tagen vom 20. April bis zum 9. Mai in Lüdinghausen und Olfen 490 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 1460 Personen mit Lebensmittelgutscheinen unterstützen.  Die Werte waren 10€ (Einzelpersonen), 20€ (Ehepaare) und 5€ (kleine Kinder). Von den eingegangenen  Spenden konnte sogar noch Geld zum Kauf von weiterer Ware (was in der Coronazeit zulässig war) für die danach wieder erfolgte Öffnung der Tafel verwendet werden.

Diese Aktion im evangelischen Gemeindezentrum fand in Verbindung mit der von Pfarrerin Niemeyer ins Leben gerufenen „Aktion  Brot und mehr“ statt und kam bei unseren Kunden gut an. Dafür ein Dank an Pfarrerin Niemeyer und natürlich an alle Spender. Nach der letzten Gutscheinvergabe nahm die Tafel am 13. Mai wieder die reguläre Warenausgabe auf.

Mein Dank gilt auch ganz besonders Gudrun Schlaphorst von der Olfener Ausgabestelle für ihr Einzelkämpfer-Management während der Schließungszeit. Über die Aktivitäten dort, die Olfener Kundenstatistik und die neue Olfener Tafelunterkunft wird Gudrun nachher noch berichten.

In der Zeit der Tafelschließung und auch im weiteren Verlauf des Sommers haben Bernhard Böckenholt und Willi Baake die Tafelräumlichkeiten coronatauglich ausgestattet. Es wurden Abstandsmarkierungen auf dem Fußboden angebracht und Desinfektionsspender aufgehängt. Hinzu kamen Plexiglaswände mit Sprechanlage am Empfangsraum und Spuckschutz-Trennwände im Büro zwischen Kunden und Büromitarbeiterinnen. Um den Sicherheitsabstand zwischen Mitarbeitern und Kunden während der Warenausgabe zu gewährleisten, wurde entlang der Verkaufstheke eine breite Korbablage angebaut. Alle diese Schutzvorkehrungen wären bei den beengten baulichen Gegebenheiten des alten Standortes so nicht umsetzbar gewesen.

Auch das Ausgabeteam wurde verkleinert, so dass nur noch maximal 4 Helfer hinter der Theke stehen. Auch werden nur noch drei Kunden ohne Kinder in den Verkaufsraum gelassen, Maskenpflicht und Händedesinfektion sind dabei selbstverständlich.

Um im Fall einer Infektion mit dem Covid Erreger schnell handeln und die Kontaktdaten zügig an das Gesundheitsamt weitergeben zu können, haben wir nach den Vorgaben der Tafel Deutschland einen Notfallplan entworfen und in der Tafelhalle aufgehängt. Nach Plan werden die anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wöchentlich erfasst. Inzwischen besteht auch die Alternativmöglichkeit zur Nutzung der Luca App.

Aktivitäten und Termine 2020 / 2021

Coronabedingt unterschieden sich 2020 Aktivitäten und Termine der Tafel merklich von den Ereignissen in den vorangegangenen Jahren. Zum einen kamen deutlich weniger Besucher. Unter ihnen fehlten vor allem die kleinen Gäste aus den Kindergärten, die sonst bei der Tafel vorbeigekommen waren. Daneben mussten auch

traditionelle Aktivitäten wie die 1 plus Aktion der Tafelmitarbeiter und das adventliche Burgcafe´ ausfallen. Betroffen waren darüber hinaus auch alle für das Vereinsleben wichtigen gemeinschaftlichen Treffen wie die Mitgliederversammlung, das Sommerfest, der geplante Betriebsausflug nach Bonn und in das Ahrtal, ein Besuch des neuen Lüdinghauser Kinos und der Neujahrsempfang 2021. Wir bedauern das sehr und versuchen unter Beobachtung der Pandemie-Entwicklung, in diesem Jahr nach den Sommerferien endlich wieder ein Gemeinschaftserlebnis ausrichten zu können.

  • Stattgefunden haben im Jahr 2020:
  • 8. Januar 2020 erste Ausgabe der Tafel
  • 12. Januar 2020 Neujahrsempfang im Pfarrheim der St. Felizitasgemeinde
  • 13. Januar: Besuch Seniorenbeirat
  • 9. Februar Tag der offenen Tür. Hier hatten wir in der ersten Stunde die Nachbartafeln eingeladen, danach kamen trotz angekündigten schlechten Wetters noch zahlreiche und interessierte Besucher.
  • 27. Februar Besuch des Vorstandes des Sozialdienstes katholischer Frauen Lüdinghausen mit weiteren Mitarbeiterinnen
  • Frühjahr: Tornisteraktion der Volksbank Südmünsterland-Mitte für die Kinder der Tafelkunden
  • 18. März: letzte Warenausgabe vor der Tafelschließung
  • 20. April bis 9. Mai: Lebensmittelgutscheinaktion der Tafel
  • 13. Mai Wiedereröffnung der Tafelausgabe
  • Oktober: dm-Markt Ausstellung: Die Filialleitung des Lüdinghauser dm-Marktes hatte die Tafel als Teilnehmer an der Aktion „ Jetzt Herz zeigen“ ausgewählt und am 10. Oktober mit einer Spende von 672 € belohnt. Für diese Aktion hat der Vorstand eine kleine Präsentation über die Arbeit der Lüdinghauser Tafel entworfen, die 10 Tage in der Filiale zu sehen war.
  • 8. Oktober: erster Ausgabetag in der neuen Olfener Ausgabestelle.
  • 14. Dezember Weihnachtstütenaktion der Tafel
  • 16. Dezember letzte Ausgabe 2020
  • 6. Januar 2021 erste Ausgabe 2021
  • 3. Mai: Tornisteraktion der Volksbank Südmünsterland-Mitte für die Kinder der Tafelkunden:

Termine 2021:

  • 20. Januar: Besuch Bürgermeister Mertens
  • 27. Januar: Besuch des Vorsitzenden Dirk Havermeier und seiner Stellvertreterin Johanna Holtrup vom Städtischen Ausschuss für Gesellschaft, Ordnungswesen und Sport
  • 24. Februar: Besuch des Lionsclub Lüdinghausen mit Lionspräsident Sauer mit Übergabe von jeweils 1000 FFP2 Schutzmasken für Tafelkunden an die Tafeln Lüdinghausen, Ascheberg und Senden.
  • 22. März: Informationsgespräch von A. Pröbsting und B. Bierschenk mit Frau Hattebuer vom Fachbereich „Arbeit und Soziales“ zum Rückgang der Tafelkunden
  • 14. April: Besuch des Lionsclub Lüdinghausen und Stiftungshilfe mit Lionspräsident Sauer. Dabei erhielten die Tafel Lüdinghausen, Ascheberg und Senden jeweils 1000,-€ für Lebensmittelkäufe in der Coronazeit
  • 2. Mai: Übergabe der EDEKA-Wievel Filiale von 946,-€ aus der EDEKA Taleraktion

Zahlen und Neuerungen im Bereich Fahrdienst /Logistik

Kilometerleistung 2019 / 2020:

Unsere beiden Transporter haben 2019 mit 10332 km (Iveco) und 9977 km (Ford) zusammen 20300 km und damit etwas mehr Kilometer als 2018 (20 000km) zurückgelegt. Eingeschlossen sind dabei viele Fahrten im Zusammenhang mit dem Tafelumzug.

2020 wurden von beiden Fahrzeugen zusammen 13829 km zurückgelegt (7919 Iveco, 5910 Ford). Diese Zahl gibt die achtwöchige Schließung der Tafel ebenso wie die seit Herbst 2019 weggefallenen Anfahrten zu den beiden K und K-Märkten in Buldern und Nottuln wieder.

Der Kühlwagen weist inzwischen verschiedene Verschleißerscheinungen auf und wird voraussichtlich im neuen Jahr durch einen neuen Mercedes Sprinter ersetzt. Die Tafel steht dazu in Verbindung mit der Fa. Mercedes, die in Zusammenarbeit mit der Tafel Deutschland  vergünstigte Transporter anbietet. Das geplante Modell bietet die Möglichkeit, über einen Stromnetzanschluss Ware im Auto kühl zu halten, was zukünftig wichtig ist, um die für Olfen bestimmte Ware frisch zu halten.

Ich bitte die Fahrer in diesem Zusammenhang, zukünftig zur Nachvollziehbarkeit von Schäden vor jeder Fahrt die Fahrzeuge auf Blechschäden zu kontrollieren.

Führerscheinkontrolle:

Neu eingeführt wurde die Führerscheinkontrolle unserer Fahrer,  zu der der Vorstand nach dem Straßenverkehrsgesetz verpflichtet ist. Sie gilt für alle Mitarbeiter, die Firmenfahrzeuge nutzen und ist ein wesentlicher Teil der Haftpflicht des Geschäftsführers bzw. des Vorstandes. Der Rechtsprechung zufolge muss die erste Prüfung vor der erstmaligen Nutzung erfolgen, anschließend soll zweimal im Jahr eine stichprobenhafte Prüfung stattfinden, ob die Fahrer im Besitz eines gültigen Führerscheins sind. Ich bitte deshalb um Verständnis, dass wir zukünftig als Nachweis auch eine Kopie des Führerscheins ablegen.

Ferner möchte ich unsere Fahrer darauf hinweisen, dass sie zukünftig Bußgeldverwarnungen für Geschwindigkeitsübertretungen selber übernehmen müssen. Dies ist gängige Praxis in allen Betrieben und die Tafel ist nicht zur Übernahme der Gebühren verpflichtet.

Die Zahl der Gabelstaplerfahrer hat sich erfreulich vergrößert, denn es haben 8 Kollegen aus dem Fahrdienst im Herbst eine Stapler-Führerscheinprüfung abgelegt. Damit sind insgesamt 15 Mitarbeiter im Besitz eines Staplerführerscheins. Gemäß der Unfallverhütungsvorschrift „Flurförderfahrzeuge“ muss von nun an für jeden Fahrer eine schriftliche Beauftragung von der Tafel ausgestellt werden, bevor das Fahrzeug erstmals genutzt werden darf.

Mitgliederentwicklung

Die Zahl der Mitglieder der Lüdinghauser Tafel insgesamt ist 2019 und 2020  leicht angestiegen:

2019 hatten wir 263 Mitglieder, davon 145 aktive Mitglieder und 118 Fördermitglieder, bei 27 Neuzugängen und 27 Abmeldungen

2020 hatten wir 270 Mitglieder, davon 156 aktive Mitarbeiter und 114 Fördermitglieder, bei 33 Neuzugängen und 21 Austritten

Zur Zeit sind ca. 10 Mitarbeiter coronabedingt noch nicht wieder im aktiven Einsatz, und es ist  zu vermuten, dass am Ende von 2021 die Zahl aktiver Mitglieder durch weitere Austritte zurückgehen wird.

Kundenentwicklung:

Die Kunden-Anmeldungszahlen gehen weiter zurück.

Ende 2019 waren in Lüdinghausen 220 Bedarfsgemeinschaften mit 591 Personen, davon 223 Kinder, bei der Tafel gemeldet. Die Familienstände waren 103 Ehepaare, 36 Alleinerziehende und 82 Singles.

Ende 2020 waren nur noch 161 Bedarfsgemeinschaften mit 457 Personen (darunter 184 Kinder) gemeldet. Die Familienstände waren 76 Ehepaare, 25 Alleinerziehende und 60 Singles.

Das Coronajahr 2020 führte also in Lüdinghausen zu einem deutlichen Rückgang der gemeldeten Bedarfsgemeinschaften um 27%. Der starke Rückgang  bei den versorgten Personen geht vor allem auf das Wegbleiben von Ehepaaren und Kindern zurück.

Den Grund dieses starken Rückganges im ersten Coronajahr kennen wir nicht. Es können in neben dem Verhalten der Kunden in der Coronasituation auch andere Gründe möglich sein.

Nach einer Umfrage der Tafel Deutschland gab es im Vergleich vom März 2021 zu September 2020 bei 40 % der Tafeln eine Zunahme der Kunden um bis zu 20%, aber 20% haben weniger Kunden als vor der Coronazeit. Dabei haben vor allem Kundenzahlen von Menschen mit Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz abgenommen. Auch in Lüdinghausen zeigt sich, dass von Beginn des Jahres 2020 bis jetzt 73 Menschen syrischer Nationalität weniger versorgt werden.

Auf den ersten Blick scheint es eine gute Nachricht zu sein, wenn weniger Menschen zur Tafel kommen. Wir wissen aber andererseits, dass es in Lüdinghausen 900 Bedarfsgemeinschaften und 121 Asylbewerber gibt, die eine Berechtigung zum Tafeleinkauf hätten. Um diese potentiellen Neukunden für die Tafel zu gewinnen und  auf die Einkaufsmöglichkeiten hinzuweisen, unterstützt uns die städtische Integrationsbeauftragte Frau Sivalingam durch Hinweise auf den Tafeleinkauf in den sozialen Netzwerken. Außerdem hat die Tafel auf diese Einkaufsmöglichkeit auch in einem Bericht in der Lüdinghauser „Hallo“ aufmerksam gemacht. Ein spürbarer Erfolg dieser Initiativen blieb bislang aber aus.

Entwicklung  der Einkaufszahlen.

Nicht nur die Kundenanmeldungen, sondern auch die Zahl der Einkäufe bei der Tafel ist weiter zurückgegangen.

Im Jahr 2019 kamen an 47 Tagen in Lüdinghausen  5600 Bedarfsgemeinschaften mit 17347 versorgten Personen zum Einkauf. Das entspricht durchschnittlich 119 Bedarfsgemeinschaften pro Ausgabetag

Im Jahr 2020 kamen an 41 Tagen nur noch 4332 Kunden mit 12834 Personen zur Tafel. Dieser hohe Rückgang der Kunden um 23% geht sowohl auf die geringere Zahl an Öffnungstage als auch auf eine geringere Kundenzahl pro Einkauf zurück. Durchschnittlich kamen nur noch 106 Bedarfsgemeinschaften. Das entspricht 2020 gegenüber 2019 einem Einkaufsrückgang von 11% in Lüdinghausen pro Ausgabe.

Diese Trend hat sich seit Jahresbeginn 2021 noch weiter fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2021 kamen durchschnittlich nur noch 89 Kunden pro Einkauf.

Nationalitäten der Tafelkunden

Zur Tafel kommen Menschen aus ca. 20 Nationen. 80% der von der Tafel versorgten Menschen besitzen eine ausländische Nationalität. Die größte Gruppe stammte bisher aus Syrien. Ihr Anteil lag Ende 2019 und Ende 2020 noch bei 21 bzw. 20 % und entsprach damit dem Anteil der deutschen Kunden. In diesem Jahr hat es bei den syrischen Kunden aber einen starken Rückgang gegeben, ihr Anteil ist nun auf 12% gesunken. Aktuell haben Kunden aus Deutschland und Irak die höchsten Anteile mit jeweils 20%.

Tafelausgabestelle Olfen – Bericht 2019-2020 von Gudrun Schlaphorst

Tafelausgabe Olfen in Zahlen

2019

83 registrierte Bedarfsgemeinschaften (207 Personen, davon 130 Erw. und 77 Kinder), davon 25% Alteingesessene (16% der Personen), 75% Geflüchtete (84% der Personen)
Ausgaben im Durchschnitt:
42 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt
125 Personen, davon
72 Erwachsenen und
53 Kindern

2020

62 registrierte Bedarfsgemeinschaften (169 Personen, davon 98 Erw. und 71 Kinder), davon 32% Alteingesessene (20% der Personen), 68% Geflüchtete (80% der Personen)
Ausgaben im Durchschnitt:
34 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt
97 Personen, davon
56 Erwachsenen und
41 Kindern
Den Rückgang der Bedarfsgemeinschaften führen wir hauptsächlich zurück auf die Lockdown-Phasen im März und im Herbst 2020. Nach dem 1. Lockdown im Frühjahr sind die Ausgabezahlen nicht wieder auf das Vorjahresniveau gestiegen und lagen bis heute um ca. 20% unter Vorjahr. Wir erklären uns das zum einen damit, dass Kunden aus Vorsicht nicht mehr zur Tafel kamen, v.a. aber durch den Rückgang an Geflüchteten, da in 2020 wenige neue Flüchtlinge nach Olfen gekommen sind.
Ein zweiter Grund ist der Umzug der Tafelausgabe in Olfen im Oktober vom Marienheim in der Oststraße in das Evangelische Gemeindehaus in der Von Vincke-Straße. Dadurch gab es einen Einbruch der Zahlen, bis die Kunden den neuen Standort gefunden hatten.
Die Steigerung des Anteils von alteingesessenen Bedarfsgemeinschaften von einem Viertel auf ein Drittel beruht zum Teil ebenfalls auf dem niedrigen Zuzug und damit absolutem Rückgang von Geflüchteten. Der zweite Grund liegt im neuen Standort begründet. Nach dem Umzug hatten wir mehrere Neukunden unter den Alteingesessenen, hauptsächlich ältere Leute. Gründe hierfür mögen in der niedrigeren Hemmschwelle liegen, da es sich um ein Gemeindehaus statt ein Flüchtlingsheim handelt oder darin, dass die Ausgabe nun ebenerdig ist, möglicherweise aber auch an der Öffentlichkeitsarbeit, die wir im Zusammenhang mit dem Umzug gemacht hatten.

Neuer Standort

Das Team der Olfener Tafel ist sehr zufrieden mit dem neuen Standort im evangelischen Gemeindehaus. Die wöchentliche Lebensmittelausgabe im Marienheim an der Oststraße war sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Kunden immer beschwerlicher geworden aufgrund der Corona-Bedingungen und der Lage des Ausgaberaums im 1. OG. Lebensmittel mussten über mehrere Treppen hoch- und wieder runtergeschleppt werden. Kunden mussten auf dem Parkplatz warten, da wegen des notwendigen Abstands nur wenige Leute im Ausgaberaum sein durften.
Die Unterstützung durch die evangelische Gemeinde ist sehr gut, wir fühlen uns gut aufgehoben im Gemeindehaus. Die Räumlichkeiten sind ideal – ebenerdig, gut zu belüften und hell. Die Fahrer der Tafel können mit dem Lieferwagen nah an das Gemeindehaus heranfahren. Für die Ausgabe wird jeden Donnerstag der Gemeindesaal umgeräumt. Ein kleiner Lagerraum wurde zur Verfügung gestellt, so dass Hygienemittel und Kühlschränke untergebracht werden konnten. Kunden können unter dem Vordach oder bei schlechtem Wetter auch in der Kirche warten. Auch die Kunden äußern sich positiv über die Tafelausgabe am neuen Standort.

Corona

Die Corona-Bedingungen stellten auch für die Olfener Tafelausgabe eine Herausforderung für Mitarbeitende und Kunden dar. Im März 2019 wurde auch die Tafelausgabe in Olfen für 4 Wochen geschlossen. Am 22.4. wurde sie dann wieder für eine eingeschränkte Ausgabe geöffnet, nachdem ein Hygienekonzept aufgestellt worden war. Da die Lüdinghauser Zentrale noch geschlossen war, haben Mitarbeitende aus dem Olfener Team Lebensmittel bei Olfener Geschäften und Brot aus Ascheberg geholt.
Auch in Olfen wurde die Gutscheinaktion durchgeführt, die Einkaufsgutscheine wurden dann analog zu Lüdinghausen ausgegeben. Die Spendenbereitschaft bei der Gutscheinaktion aber auch danach war in Olfen im letzten Jahr erfreulich. Auch für den Umzug bekamen wir eine Spende der Sparkasse Westmünsterland in Höhe von 1000 Euro.
Nach dem Lockdown haben einige Mitarbeitende aus dem Olfener Team ihre Mitarbeit ganz oder vorübergehend eingestellt, da sie zu Risikogruppen gehörten. Es gab aber auch einige Neueintritte, so dass das Olfener Team mit 25 aktiven Mitarbeitenden zahlenmäßig stabil geblieben ist.

Bürgerpreis

Im Dezember wurde dem Olfener Team von der Bürgerstiftung “Unser Leohaus” und der Sparkasse Westmünsterland Olfen der Olfener Sparkassen-Sonderpreis 2020 verliehen. Dieser war mit 1000 Euro dotiert.

Zusammenfassung

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Olfener Tafelausgabe stabil läuft, wenn auch die Kundenzahlen um 20% zurückgegangen sind. Die Unterstützung in der Olfener Bevölkerung, von der Stadt und den Kirchengemeinden ist optimal. Auch die Zusammenarbeit mit Lüdinghausen klappt aus unserer Sicht sehr gut. Die Atmosphäre ist gut, wir fühlen uns akzeptiert in Olfen und als Teil der Lüdinghauser Tafel und haben Spaß an der Tafelarbeit.

Finanzbericht von Marion Schmidt

Nach diesen Zahlen wurde von Marion Schmidt ein Blick auf die Finanzlage der Tafel präsentiert. Wir sind durch die große Spendenbereitschaft unserer Sponsoren finanziell sehr gut aufgestellt und können auf einer soliden finanzielle Grundlage arbeiten. Der positive aktuelle Kassenbestand wird sich aber mit Beginn des nächsten Jahres schlagartig mit dem Kauf des neuen Transporters ändern. Die konkreten Zahlen und die Bilanzen hat Marion Schmidt in ihrem Finanzbericht erläutert.

Marion Schmidt beim Kassenbericht

Fortsetzung des Berichtes von Bruno Bierschenk

Ausblick: Was kommt auf die Tafel zu?

Nachfolgend möchte ich noch Herausforderungen und Veränderungen anreißen, die auf  die Tafel zukommen werden und den Betriebsablauf betreffen. Wie soll z.B. mit abnehmenden Kundenzahlen umgegangen werden, wenn es gleichzeitig genügend potentielle Kunden gibt?  Können durch andere Ausgabezeiten oder durch Ausgabezeiten nur für bestimmte Kundengruppen wie z.B. Senioren neue Kunden gewonnen werden? Dabei muss aber das Verhältnis von Aufwand und Nutzen natürlich stimmen.

Wie können neue Helferinnen und Helfer gewonnen werden? Aufgrund des Alters werden absehbar mehr aktive Mitglieder ausscheiden als neu hinzukommen, wenn keine Trendumkehr stattfindet. Über das Ehrenamtsbüro in Lüdinghausen, Hinweise in der Presse oder über die Tafelhomepage haben wir bislang nur wenige neue Mitarbeiter bekommen. Oft war dann für die Interessentinnen oder Interessenten die Arbeitszeit bei der Tafel mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen nicht vereinbar. Es sollte daher auch Mithilfe von Kunden oder von Ferienkräften wie Schülern oder Studenten angedacht werden. Neue Wege zur Lösung der Probleme müssen beschritten werden.

Auch Arbeitsabläufe in der Tafel werden sich ändern.  In dem von Michael Klaus erarbeiteten Prozessablauf Logistik wird z.B. der Warenbestand zukünftig digital abrufbar sein. Der jeweilige Bereitschaftsdienstler kann dann über einen Blick in das Smartphone schnell entscheiden, ob eine angebotene Ware angenommen werden soll oder nicht.

Diese Entwicklung hin zu mehr Professionalität und Digitalisierung hat auch die Tafel Deutschland bereits eingeleitet. Bis Februar 2022 läuft dort die Entwicklung des Projektes „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“. Darin soll zusammen mit den Tafeln im Land und allen großen Handelsketten eine sogenannte „eco-Plattform“ entwickelt werden, mit deren Hilfe die Warenflüsse zwischen Herstellern, Händlern, Tafeln, Kunden und insbesondere die Verteilung von Großspenden zwischen den Tafeln effizienter gestaltet werden sollen. Bausteine des Projektes werden u.a. digitale Routenplanung und ein digitaler Lieferschein sein.

Auch wenn die Professionalisierung nicht auf jede Tafel gleichermaßen zukommen wird frage ich mich ernsthaft, wie verträglich diese Entwicklung grundsätzlich mit ehrenamtlicher Arbeit, mit größtenteils dem Seniorenalter zugehörigen Mitarbeitern und dem Vereinstatus ist.

Als letzten Punkt möchte ich hier noch auf die im Jahr 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedete und auch von Deutschland unterzeichnete Agenda 2030 hinweisen, die unter anderem zum Ziel hat, bis 2030 die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene zu halbieren und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten zu verringern.

Ob und wie sich diese Vorgaben konkret auf die Warenabgabe der Supermärkte an die Tafeln auswirkt, ist im Moment noch nicht abzuschätzen und bleibt abzuwarten. Man kann aber davon ausgehen, dass in der Zukunft die abgegebenen Warenmengen geringer werden und damit auch das Geschäftsmodell der Tafeln berührt wird. Die Tafel Deutschland beobachtet deshalb diese Entwicklung bereits in mehreren Modellregionen und wird darüber informieren.

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Ich komme nun zum Schluss meines Berichtes und möchte ich mich bei euch allen für die gemeinsame Zusammenarbeit bedanken. Dies war mein erster und zugleich letzter Rechenschaftsbericht als Vorsitzender der Lüdinghauser Tafel. Ich trete heute nicht erneut zur Wahl für den Vorstandsvorsitz an, denn es stand für mich bereits mit der Annahme des Vorsitzes fest, dass ich diese Aufgabe nur für eine Amtsperiode wahrnehmen würde. Dieses Amt bindet vor allem Zeit, die ein kostbares Gut wird, wenn man die 74 im Visier hat und noch andere Aufgaben warten und erledigt werden wollen. Ich werde mich daher allmählich aus der Tafelarbeit zurückziehen. Ein engagierter Nachfolger steht bereit.

Rückblickend kann ich sagen, dass es eine bereichernde Lebenserfahrung war, nach sieben Rentnerjahren noch einmal Verpflichtungen zu übernehmen und in die öffentliche Wahrnehmung zu treten. Der Einsatz hat sich gelohnt, denn ich durfte in dieser Aufgabe viele interessante Menschen kennenlernen, denen ich sonst vermutlich nicht begegnet wäre.

Im Vorstand haben wir in den beiden zurückliegenden Jahren manche Weichenstellung treffen müssen, und dabei nach dem Prinzip der Schwarmintelligenz auch immer eine Lösung zum Wohle der Einrichtung Tafel und unserer Kunden gefunden. Was ich dabei leider erst viel zu spät erkannt habe und heute sehr bedauere ist mein Versäumnis, rechtzeitig eine andere Terminplanung für unsere Vorstandssitzungen gefunden zu haben, die auch Ihnen, Frau Niemeyer, die Teilnahme in dieser Runde ermöglicht hätte. Die beiden Lüdinghauser Kirchengemeinden waren ja bekanntlich die Gründungsmütter und -väter der Lüdinghauser Tafel und ich halte daher auch Ihre Stimme in dieser Runde, gerade auch in Anbetracht der zukünftigen Herausforderungen an die Tafel, für unverzichtbar. Ich würde es daher sehr begrüßen, wenn der nächste Vorstand hier eine Lösung fände und das Vorstandsteam zukünftig in vollständiger Besetzung Entscheidungen treffen könnte.

Liebes Vorstandsteam, für euren intensiven Arbeitseinsatz im Dienst der Tafel und die kollegial-freundschaftliche Zusammenarbeit im Vorstand möchte ich euch heute Abend vielen herzlichen Dank sagen. Wir haben uns, so glaube ich sagen zu können,  zu einem guten Team zusammengerauft und eine gute Zeit miteinander verbracht. Wir verlieren uns nicht völlig aus den Augen. Ich wünsche euch nun auch im neuen Kreis weiterhin eine erfolgreiche Arbeit, alles Gute und vor allem: bleibt gesund!

Aussprache

Der Bürgermeister der Stadt LH Herr Ansgar Mertens dankt in einer kurzen Ansprache den Mitarbeitern der Tafel für ihren Einsatz.

Verabschiedung des bisherigen Vorsitzenden Bruno Bierschenk

Bruno Bierschenk wurde von der Versammlung ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit ausgesprochen. Er wurde mit großem anhaltenden Applaus verabschiedet und erhielt von Anni Pröbsting ein Präsent.

TOP 5 Berichte der Kassenprüfer

Die Herren Franz-Anton Ernst und Franz-Josef Hörsken haben die vorgeschriebene Kassenprüfung durchgeführt.

TOP 6 Entlastung des Vorstandes

Herr Ernst berichtet und beantragt die Entlastung des Vorstandes.
– einstimmige Entlastung

TOP 7  Wahl der Kassenprüfer 

Vorschlag:Herr Franz-Anton Ernst und Frau Maria Böckenholt
Wahl – einstimmig , die Gewählten nehmen die Wahl an

TOP 8 Wahl das Vorstandes

 Herr Bierschenk schlägt  Herrn Michael Klaus für das Amt des Vorsitzenden vor.
Herr Klaus stellt sich in einem kurzen Ansprache der Versammlung vor.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder: Frau Dorothee Homann, Frau Marion Schmidt, Frau Gisela Henke, Frau Gudrun Schlaphorst, Frau Anni Pröbsting und Herr Karl Westrup stellen sich erneut zur Wahl.

Abstimmung im Team, Wahl einstimmig

Die Gewählten nehmen die Wahl an.

Michael Klaus erhielt von Marion Schmidt einen Blumenstrauß mit besten Glückwünschen für das Ehrenamt.

Der neue Vorstand der Tafel Lüdinghausen v.l.: Gisela Henke, Karl Westrup, Gudrun Schlaphorst, Micael Klaus, Anni Pröbsting, Marion Schmidt, Dorothee Homann
Der Vostand der Tafel Lüdinghausen zusammen mit Bruno Bierschenk